5 Fakten zu Geschlechtskrankheiten: Das solltest du wissen

Geschlechtskrankheiten, oftmals mit STI oder STD (aus dem Englischen: sexually transmitted infections/diseases) abgekürzt, sind Infektionskrankheiten, die beim vaginalen, analen oder oralen Sex übertragen werden können. Geschlechtskrankheiten sind viel weiter verbreitet, als du vielleicht denkst, und viele von ihnen verlaufen ohne Symptome. Dieser Gedanke ist natürlich beängstigend, doch es gibt auch gute Nachrichten: Mit den richtigen Verhütungsmethoden kann man sie verhindern und es wird zunehmend einfacher, sie festzustellen und den Großteil davon auch zu behandeln.

Wenn du sexuell aktiv bist, solltest du mit diesen wichtigen Fakten rund um Geschlechtskrankheiten vertraut sein:

1. Erkenne Situationen mit hohem Risiko

Verhütungsmethoden wie die Pille und Hormonspirale eignen sich sehr gut, um Schwangerschaften zu verhindern, bieten aber leider überhaupt keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Jeder, der oralen, vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr oder auch nur intensiven Hautkontakt mit einer anderen Person hat, kann sich mit einer infektiösen Geschlechtskrankheit anstecken. Die einzige Möglichkeit, dich und deinen Partner zu schützen, bieten das herkömmliche Kondom oder das Kondom für die Frau.

5 Fakten über Geschlechtskrankheiten
5 Fakten über Geschlechtskrankheiten

Hier sind Beispiele für Situationen, in denen du dich unbedingt mit einem Kondom schützen solltest:

  • Du hast gerade jemanden kennengelernt, den du sehr attraktiv findest und mit dem du schlafen möchtest. In dieser Situation solltet ihr euch beide testen lassen. Auch wenn du nie davon ausgehen würdest: Geschlechtskrankheiten kann wirklich jeder haben – auch dein neuer Geschlechtspartner und du – und sie sind sehr weit verbreitet. Bis die Testergebnisse da sind, solltet ihr immer ein Kondom verwenden.

  • Du hast öfter wechselnde Geschlechtspartner: In dieser Situation gibt es keine Alternative zum Kondom. Du kannst nicht abschätzen, mit wem deine Partner sonst noch in Kontakt kommen. Auch beim Oralverkehr ist ein Kondom unverzichtbar, da viele Geschlechtskrankheiten eben auch darüber übertragen werden können.

2. Viele Geschlechtskrankheiten sind nicht erkennbar

Manche Geschlechtskrankheiten lösen Symptome aus. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Brennen, ungewöhnlicher (und übelriechender) Ausfluss, Schwellungen oder Verdickungen, kleinere Wunden oder Geschwüre im Intimbereich. Bei diesen Warnzeichen solltest du so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Solche Symptome sind natürlich nicht schön, aber warnen dich immerhin zeitnah, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Viele Geschlechtskrankheiten sind nicht erkennbar
Viele Geschlechtskrankheiten sind nicht erkennbar
‘Ich würde doch spüren, wenn ich eine Geschlechtskrankheit hätte ’
Irrtum

Wer keine Beschwerden hat, hat auch keine Krankheiten? Falsch! So leicht ist es leider nicht. Manche Geschlechtskrankheiten verlaufen völlig symptomfrei. Das ist höchst problematisch, denn unbehandelte Geschlechtskrankheiten können zu chronischen Schmerzen und Komplikationen wie Unfruchtbarkeit, Schädigungen des Fötus oder Eileiterschwangerschaften führen.

Wenn du Geschlechtsverkehr ohne Kondom hattest und auch nur die geringsten Zweifel bestehen, solltest du dich schnellstmöglich durchchecken lassen. Daran ist nichts peinlich, du kümmerst dich einfach nur um deine Gesundheit. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, offen mit deinen Geschlechtspartnern zu reden.

3. Es gibt HIV-Schnelltests rezeptfrei in der Apotheke

Früher war das nicht möglich, doch heutzutage kannst du dir einen HIV-Selbsttest ganz einfach in der Apotheke besorgen – rezeptfrei! Diese Schnelltests erkennen Antikörper im Blut, die nach einer Infektion mit dem AIDS-Virus im Blut gebildet werden. Dieser medizinische Fortschritt ist vor allem auch für Paare hilfreich, die Sex ohne Kondom haben möchten. Mit Hilfe eines kleinen Bluttropfens liefert der Test schon in weniger als 30 Minuten zuverlässige Ergebnisse. Damit war es nie einfacher, die Kontrolle über das eigene Sexleben zu behalten.

Du möchtest kein Geld für den Test ausgeben? Beim Gesundheitsamt kannst du dich kostenlos und anonym testen lassen.

Aber Achtung: HIV ist nur eine von vielen Geschlechtskrankheiten. Ein HIV-Test ersetzt damit keine vollständige Gesundheitsprüfung.

Behandlung von Geschlechtskrankheiten
Behandlung von Geschlechtskrankheiten

4. Die meisten Geschlechtskrankheiten kann man behandeln

Das sind doch gute Nachrichten: Es gibt Medikamente gegen Chlamydien, Genitalwarzen, Syphilis und Gonorrhoe! Doch je länger du wartest, desto größer ist das Risiko, dass es zu schweren Komplikationen kommt.

Es gibt auch vorbeugende Behandlungen wie Impfungen gegen Hepatitis B und HPV (Humane Papillomviren – die Krebs auslösen können). Manche Geschlechtskrankheiten – wie HIV – können aktuell noch nicht vollständig geheilt werden. Doch es gibt Medikamente, die ihre Ausbreitung im Körper eindämmen und die Anzahl der Viren auf einem niedrigen Niveau halten. Dadurch verringert sich die Gefahr weiterer Komplikationen oder Beschwerden und ebenso das Risiko, die Krankheit an jemanden zu übertragen.

Es gilt aber natürlich wie immer: Vorsorge ist besser als Nachsorge! Verwende daher im Zweifel einfach immer ein Kondom, um dich erst gar nicht diesem Risiko auszusetzen.

Schutz vor Geschlechtskrankheiten mit der richtigen Verhütung
Schutz vor Geschlechtskrankheiten mit der richtigen Verhütung

5. Geh auf Nummer sicher und lass dich testen

Fakt ist: Sex ist viel entspannter – und damit schöner! – wenn du dir keine Sorgen über Geschlechtskrankheiten machen musst. Deshalb: Wenn du eine neue Beziehung eingehst oder wechselnde Geschlechtspartner hast, ist es immer empfehlenswert, dich testen zu lassen. Dein Haus- bzw. Frauenarzt berät dich kompetent aufgrund deines Alters, deiner medizinischen Vorgeschichte und den Ergebnissen vergangener Tests.