Frau sitzt mit abgestützem Kopf und schaut nachdenklich aus dem Fenster
Frau sitzt mit abgestützem Kopf und schaut nachdenklich aus dem Fenster
Home Blog – Rund um Verhütung Wie zuverlässig ist „Rausziehen” als Verhütungsmethode?

Wie zuverlässig ist „Rausziehen” als Verhütungsmethode?

Pull-Out-Methode, Coitus interruptus oder einfach „Rausziehen” – hinter allen drei Begriffen verbirgt sich die gleiche Verhütungsmethode. Der einfache Plan: Beim Sex zieht der Mann seinen Penis vor dem Samenerguss aus der Vagina der Frau, damit keine Spermien in sie gelangen. Wenn du erfahren willst, wie wirksam Rausziehen als Verhütungsmethode im Vergleich zu anderen ist, solltest du gleich weiterlesen. Du erfährst auch, welche Risiken und Einschränkungen es gibt. Hast du auf Rausziehen zur Verhütung gesetzt und befürchtest jetzt, schwanger zu sein? Hier findest du Rat, was du tun kannst.

Wie funktioniert Rausziehen?

Es gibt nur einen Schritt: Der Mann zieht seinen Penis vollständig aus der Vagina seiner Partnerin heraus, bevor er ejakuliert und Samen austritt. Klingt einfach, aber es kann schwierig sein, genau das zu schaffen. Der Mann muss sich sehr gut kontrollieren können, um den richtigen Zeitpunkt fürs Rausziehen beim Sex zu erwischen. Die Verhütung durch Rausziehen funktioniert nur, wenn dein Liebster genau spürt, wann er kurz vorm Orgasmus steht. Wenn er zu sehr in den Moment vertieft ist, kann es schnell passieren, dass er nicht rechtzeitig rauszieht.

Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)

Wie wirksam ist Rausziehen?

Besser als gar nichts – das ist, knapp gesagt, die Bewertung einer Verhütung durch Rausziehen. Die Methode ist bei weitem nicht so wirksam wie andere Methoden. Sie funktioniert in etwa 78 Prozent der Fälle. Das heißt, es werden etwa 22 von 100 Frauen, die die Pull-Out-Methode anwenden, jedes Jahr schwanger. Wenn du also Bedenken hast, schwanger zu werden, solltest du zu zuverlässigeren Methoden greifen. Dazu zählt die Antibabypille. Zu den Gründen, um die Pille zu nehmen, gehört definitiv ihre hohe Wirksamkeit. Bei korrekter Einnahme sichert sie dir einen 99-prozentigen Verhütungsschutz.

Du kannst auch über Verhütung in Form einer Injektion nachdenken. Die Depotspritze ist eine hormonelle Verhütungsmethode, die dir alle drei Monate in den Muskel gespritzt wird. Bei perfekter Anwendung liegt ihre Wirksamkeit bei über 99 Prozent. Auch Kondome sichern dir bei richtiger Anwendung einen besseren Verhütungsschutz als die Pull-Out-Methode – hier liegt die Quote bei 98 Prozent.

Im Beitrag über Verhütungsmethoden erfährst du mehr darüber, was für Möglichkeiten es gibt und wie sicher sie sind.

Gibt es Risiken oder Einschränkungen bei der Pull-Out-Methode?

Es gibt eine Reihe von Nachteilen und Einschränkungen bei der Verhütung durch Rausziehen, die du abschätzen solltest.

  • Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankeiten: Wendest du Rausziehen als Verhütungsmethode an, bist du nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten geschützt. Daher ist die Verwendung eines Kondoms eine gute Idee – sowohl zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten als auch als zusätzliche Verhütungsmethode.
  • Schwierige Selbstbeherrschung: Es erfordert viel Selbstbeherrschung durch den Mann, damit er sich rechtzeitig vor dem Samenerguss aus der Vagina der Frau zurückzieht.
  • Beeinträchtigtes Vergnügen: Beim Sex könntet ihr das Gefühl haben, dass der Spaß an der Sache leidet – denn dein Liebster muss auf den richtigen Zeitpunkt zum Rausziehen achten.
  • Geringe Wirksamkeit: Die „Lusttropfen“ des Mannes treten schon vorm Samenerguss aus dem Penis aus. Sie können Spermien enthalten, was zum Schwangerschaftsrisiko führt.
Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)

Was solltest du tun, wenn du glaubst, trotz Rausziehen schwanger zu sein?

Lässt deine nächste Periode ein paar Tage auf sich warten, zögere nicht und besorge dir in der Apotheke oder Drogerie einen Schwangerschaftstest. Du kannst ihn bequem zu Hause durchführen. Der Test besteht in der Regel aus einem Streifen oder Stäbchen, das du in deinen Urin tunkst oder in den Urinstrahl hältst. Es gibt auch Frühtests, die dir schon bis zu vier Tage vor Ausbleiben der Periode Aufschluss geben können.

Um wirklich sicher zu gehen, lass’ dir bei ausbleibender Monatsblutung einen Termin bei deiner Ärztin geben. Achte auch auf mögliche Symptome wie Übelkeit, die auf eine frühe Schwangerschaft hindeuten können.

Ist der Geschlechtsverkehr mit der Rauszieh-Methode weniger als 5 Tage her? Dann kannst du auch zur Pille Danach greifen, wenn du Bedenken hast, schwanger zu sein. Auf die Frage, wann wirkt die Pille Danach am besten, gibt es nur eine Antwort: Idealerweise nimmst du sie so rasch wie möglich nach der Verhütungspanne ein! Die nötige Eile liegt an der Wirkweise der Pille Danach: Sie verhindert das Zusammentreffen von befruchtungsfähiger Eizelle und Spermien, indem sie deinen Eisprung um mindestens 5 Tage verschiebt. Diese Zeitspanne entspricht der maximalen Dauer der Befruchtungsfähigkeit von Spermien im weiblichen Genitaltrakt. Das bedeutet: Je länger die verstrichene Zeit zwischen dem Sex und Einnahme der Pille Danach, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass in der Zwischenzeit der Eisprung stattfindet. Hat der Eisprung bereits stattgefunden, wirkt die Pille Danach nicht.

Die Pille Danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat wirkt noch bis kurz vor dem Eisprung, du kannst sie bis zu 120 Stunden nach der Verhütungspanne einnehmen. Die Pille Danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel wirkt kurz vor dem Eisprung nicht mehr. Du kannst sie bis zu 72 Stunden nach dem ungeschützten Sex einnehmen.

Eine weitere häufige Frage lautet: Wie oft kann man die Pille Danach nehmen? Hier lautet die Antwort: Sie ist als Notfallverhütungsmittel gedacht, aber prinzipiell kannst du sie so oft einnehmen wie nötig. Ihre Wirksamkeit lässt auch durch wiederholte Einnahmen nicht nach.

Bedenke jedoch: Als Notfallverhütungsmittel wirkt sie jeweils nur einmalig. Das bedeutet, die Pille Danach verhindert keine Schwangerschaft, wenn du nach ihrer Einnahme im gleichen Zyklus weitere Male ungeschützten Sex hast.

Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Eine Frau mit dunklen Haaren streckt in einer "Halt"-Geste ihre flache Hand in die Kamera
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)
Keine Frau sollte sich nach einem Beratungsgespräch über die Pille Danach schlecht fühlen. (© 2018 Khosro, Shutterstock)

Fazit

Rausziehen als Verhütung? Oder lieber eine sicherere Alternative? Du kennst jetzt wichtige Fakten rund um diese Verhütungsmethode und kannst abwägen, ob sie die richtige Wahl für dich und deinen Partner ist.

Habt ihr euch im Rausch der Leidenschaft fürs Rausziehen entschieden und du hast Bedenken, schwanger zu sein? Dann kannst du auf die Pille Danach zurückgreifen. Du bekommst das Notfallverhütungsmittel rezeptfrei in der Apotheke. Zögere nicht, sie dir am Feiertag oder nachts in der Notfallapotheke zu besorgen. Je schneller du die Pille Danach nach dem ungeschützten Sex einnimmst, umso sicherer kann sie wirken. Du kannst sie dir auch vorbeugend kaufen, dann hast du sie in Notfällen in deiner Hausapotheke schnell parat.

In unserem Beitrag Verhütungspanne: Was tun, wenn es passiert ist? erfährt dein Partner, wie er dich jetzt unterstützen kann.